Zutreffender könnte der Bandname dieses Quartetts aus Seattle, USA nicht sein. Ein melodischer, tranceartiger, verspielter Sound, sich langsam aufbauende Lieder von denen sich nicht wenige in Ambientspielereien, in psychedelische Exkursionen und sogar in Gitarrenkniedeleien verlieren. Im positiven Sinne. Songs die sich schleichend in den Gehörgängen festsetzen, einen in eine verzauberte Landschaft entführen, so wie die abziehenden Schwaden des stetigen Pazifiknebels, eine plötzlich in mystisches Sonnenlicht getauchte, hügelige Küstenlandschaft freilegen. Garrett Hobba, Brittan Drake, Randall Skrasek und Brett Massa sind die Hohepriester dieses traumwandlerischen Musiktrips, der sich einerseits bei den Strukturen der Folk und harmonieseligen Westcoastmusik bedient, andererseits in bester Shoegazer Manier agiert, an Black Rebel Motorcycle Club, Grizzly Bear, aber auch an Neil Young erinnert. Letztlich ist „The bird is coming….“ Kopfkino, großartige, epische Soundtrackmusik, über ziehende Wolken, regennassen Asphalt und stundenlange Autofahrten. Üblicherweise bieten The Soft Hills bei ihren Shows etwas fürs Auge und bedienen sich dafür bei Visual Arts und Live-Bildern. Zuhause übernimmt die eigene Fantasie diese Rolle, der Film kann starten. Viel schöneres kann Musik einem nicht schenken. (Indy) | | Es soll ja Menschen geben, die EPs für überflüssig halten. Das neue Werk von Flare Acoustic Arts League fasst ganz simpel zwei EPs zusammen und fertig ist ein Album, das den Titel „Big Top / Encore“ trägt. Hinter dem etwas sperrigen Bandnamen steht der Singer / Songwriter LD Beghtol, der einiges zu den sagenumwobenen „69 Love Songs“ der Magnetic Fields beigetragen hat. Ein weiteres seiner beinahe unzähligen Projekte läuft unter LD & The New Criticism. Auf dem vorliegenden „Big Top / Encore“ bringt Beghtol wieder kunstvolle Indie-Britpop-Songs hervor, die mit allen Wassern gewaschen sind. Hat man einige Durchläufe hinter sich gebracht, stellt sich unweigerlich die Frage warum Flare Acoustic Arts League immer noch als Geheimtipp gehandelt werden. Die Songs rumpeln, schunkeln, fahren auf einer windschiefen ausgebremsten Achterbahn und sind auf ihre scheinbar schlampige Art geradezu perfekt. Namen wie Television Personalities, Orange Juice, The Smiths oder The Psychedelic Furs, deren „Yes I Do (Merry-Go-Round)“ sie covern, kommen einem unwillkürlich in den Sinn. Auch aktuelle Bands wie Comet Gain und die Sea Lions sind Anhaltspunkte, dennoch hat „Big Top / Encore“ ein hohes Maß an Eigenständigkeit. Ganz große Klasse wie Dana Ketter die weibliche Duett- und Harmoniestimme einsetzt und wie selbstverständlich die Bläsersätze neben Handclaps und Fingerschnipsen platziert sind. Das klingt dann alles in einer harmonischen Disharmonie, die zu Herzen geht, nicht umsonst erscheint „Big Top / Encore“ auf dem Label Affairs Of The Heart. LD Beghtol wäre sicherlich nicht beleidigt, wenn man ihn als schlampiges Genie bezeichnen würde. Tolles Indie-Album! Weitersagen, tanzen und glücklich werden! (Günter Ramsauer) | | Die Black Lips machen nix neues! Sind keine innovativen Visionäre, die den Rock n Roll neu erfinden wollen, sondern in ihren Songs spiegelt sich die gute, alte Zeit…. Stones, 13th Floor Elevator, X, Velvet Undergrund….“Good bad not evil“ ist eine einzige Liebeserklärung an jene Bands, an Zeiten als Musik noch eine Seele hatte, an orgiastische Parties, Sex und Suff, an schöne Hintern und voll gequalmte Backstageräume. Das kauzige Quartett aus Atlanta wechselt dabei wie eine wild gewordene Mustangherde zwischen kratzbürstigem PsychBlues, minimalistischem GaragenPop und Früh-Britpop Sing-a-long hin und her, versteckt eine tragische Unfallgeschichte als Country-Ballade zwischen all dem gewagten, mitreißenden, ständigen Rhytmuswechsel. Und verliert dabei nie den roten Faden. Die Energie der Musik springt einen direkt an, die spröde Produktion intensiviert noch die Intimität und am liebsten möchte man die Jungs sofort live in einem schummerigen Club bewundern und zu ihrer Musik tanzen, Bier trinken, flirten. Die Nacht zum Tage machen. Es gibt viele Bands da draußen die sich Retro auf die Fahne geschrieben haben. Die Black Lips allerdings sind einzigartig! (Indy) |